Verhütungs-ABC


Hier finden Sie die bekanntesten und auch weniger gebräuchliche Verhütungsmittel und -methoden sortiert von A bis Z. Klicken Sie auf den Buchstaben, unter dem Sie Infos zu einer bestimmten Verhütung suchen, oder scrollen Sie einfach die Seite herunter.


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Antibabypille
 (hormonelle Verhütung)
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Chemische Methoden

In Apotheken erhältlich als Gel, Creme, Tabletten, Zäpfchen und Schwämmchen. Werden vor dem Sex in die Scheide eingeführt. Greifen nicht in den Hormonhaushalt ein, sind aber ohne Zusatzmaßnahmen nicht sicher. Manche sollen die Samenzellen töten oder lähmen, andere sollen den Muttermund blockieren, wieder andere tun beides. Insgesamt nicht empfehlenswert, da sie auch die Schleimhäute unangenehm reizen oder Allergien auslösen können.
Kosten: je nach Präparat ca. 7 bis 12 Euro

Diaphragma
und ähnliche Kappen
Wirken alle nach demselben Prinzip: Gebärmuttermund wird mit einer elastischen Kappe gegen das Eindringen von Spermien verschlossen. Bei richtiger Anwendung und korrektem Sitz ähnlich zuverlässig wie Kondome. Meist gut verträglich, da sie kaum in das Körpergeschehen eingreifen. Gut für Frauen geeignet, die seltener Sex haben.
Das
Diaphragma (erhältlich in neun Größen) besteht aus einer Spiral- oder Flachfeder, die mit Silikon überspannt ist. Wird von der Anwenderin vor dem Sex selbst eingesetzt, erfordert daher etwas Übung. Muss zuvor z.B. vom Arzt angepasst und von der Anwenderin öfter auf Passgenauigkeit geprüft werden. Zusätzliches "Dichtungs-Gel" hemmt die Beweglichkeit der Spermien. Hält rund zwei Jahre.
Kosten: ca. 26 bis 37 Euro zzgl. Gel (ca. 7 bis 9 Euro)
Lea Contraceptivum ist eine handtellergroße Verhütungskappe aus Silikon in Universalgröße. Nicht sehr verbreitet. Erzeugt beim Einführen einen Unterdruck, durch den sich der Rand fest an die Scheidenwand anlegt. Sekrete und Blut können durch ein Ventil abfließen. Muss nicht individuell angepasst werden. Nach dem Sex muss die Kappe mindestens acht Stunden in der Scheide bleiben. Hält nur sechs bis neun Monate.
Kosten: um 50 Euro
Die
FemCap ist eine Silikonkappe (in drei Größen erhältlich) mit Schlaufe zum Entfernen. Wird immer zusammen mit spermienabtötendem Gel verwendet. Erste Anpassung durch geschulte Fachkraft. Sollte so kurz wie möglich vor dem Sex eingesetzt werden und danach mindestens noch sechs Stunden in der Scheide bleiben. Sicherheitsrisiko: Kann verrutschen. Korrekter Sitz muss vor und nach dem Sex nachgetastet werden.
Kosten: ca. 50 Euro zzgl. Gel und Anpassung

Dreimonatsspritze (hormonelle Verhütung)
Sehr sichere, aber nicht ganz unbedenkliche Methode. Enthält das Hormon Gestagen und wird alle 90 Tage in den Gesäßmuskel gespritzt. Verhindert zum einen den Eisprung und blockt durch Veränderungen an Eierstöcken, Eileitern und Schleimhäuten die Samenzellen ab. Besonders für Frauen geeignet, die wegen Krankheit und/oder Medikamenteneinnahme keine andere hormonelle Verhütung vertragen.
Öfter wird berichtet von Nebenwirkungen wie Schmier- und Zwischenblutungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Schwindelgefühl, Depressionen, Akne, Übelkeit und stärkere Gewichtszunahme. Kann bei längerer Anwendung die Knochendichte mindern, vor allem bei jungen Frauen bis 21 Jahre.
Kosten
: rund 30 Euro pro Spritze

 
Hormonimplantat Implanon
(hormonelle Verhütung)
Seit Mitte 2000 auf dem deutschen Markt. Das kleine Stäbchen wird unter die Haut an der Innenseite des Oberarms eingepflanzt. Das dürfen nur speziell geschulte Frauenärzte. Muss auch operativ wieder entfernt werden. Setzt das Hormon Gestagen frei: Hemmt den Eisprung und macht die Schleimhaut "undurchlässiger" für Spermien. Verhindert Schwangerschaften sehr sicher für rund drei Jahre. Ruft gelegentlich Nebenwirkungen hervor wie Akne, Kopfschmerzen, Spannungsgefühl in der Brust, Depressionen und Gewichtszunahme, auch längere, häufigere oder ganz ausbleibende Blutungen. 
Kosten: einschließlich Arzt-Honorar ab 300 Euro, zzgl. bis zu 40 Euro für die Entfernung.

Hormonpflaster (siehe Verhütungspflaster)

Hormonspirale
 (hormonelle Verhütung)
Zugelassen seit Ende der 90er Jahre. Aufbau ähnlich wie herkömmliche Spirale mit T-förmigem Kunststoffteil. Wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt und wieder entfernt (kostenpflichtig). Der Spiralenschaft gibt aus einem kleinen Depot das Hormon Gestagen an die Gebärmutterschleimhaut ab: Hemmt deren Aufbau und macht den Zervixschleim im Gebärmutterhals undurchlässiger für die Spermien. Bis zu fünf Jahre zuverlässig wirksam. Kann die Monatsblutung verkürzen und abschwächen und Schmerzen mindern. Es kommt auch vor, dass sie ganz ausbleibt. Sollte nicht erste Wahl für noch kinderlose Frauen sein.
Kosten: ab 280 Euro inkl. Arzt-Honorar; die empfohlenen Ultraschallkontrollen müssen selbst gezahlt werden.

Intrauterinpessar (siehe Spirale)

Kalendermethode (siehe Natürliche Verhütung)

Knaus-Ogino-Methode (siehe Natürliche Verhütung)

Koitus interruptus
Dieser "unterbrochene Geschlechtsverkehr" ist eine sehr unsichere Methode. Der Mann zieht vor dem Orgasmus seinen Penis aus der Scheide, der Samenerguss geschieht außerhalb. Allerdings tritt oft schon vor dem Orgasmus Samenflüssigkeit aus. Außerdem schaffen viele Jungen und Männer nicht den rechtzeitigen "Rückzieher".

Kondom
Nach der Pille das am meisten genutzte Verhütungsmittel. Schützt nicht nur vor Schwangerschaft, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten. Einfache Wirkweise: Reservoir am geschlossenen Ende fängt das Sperma auf, der Penis wird dann mitsamt Kondom und Sperma aus der Scheide gezogen. Sicherheit hängt aber stark vom richtigen Gebrauch ab (Kondom nicht verletzen, richtige Seite überrollen, Reservoir festhalten usw.). Unerfahrene sollten vor der ersten Nutzung den Gebrauch üben. Wichtig ist auch, das Haltbarkeitsdatum zu beachten und nur Markenprodukte zu verwenden. Stimmt alles, ist die Sicherheit recht hoch. Aber nicht das richtige Mittel für Menschen, die dazu neigen, beim Sex nicht ans Verhüten zu denken. Bei Latex-Unverträglichkeit sollten Polyurethan-Kondome benutzt werden.
Kosten: bei Latex-Kondomen zwischen 30 Cent und 1 Euro/Stück, bei Kondomen aus Polyurethan bis fünf Euro/Stück.

Kondom für die Frau
Ja, das gibt es tatsächlich. Nicht auf dem deutschen Markt, kann aber unter dem Namen "Femidom" rezeptfrei in Apotheken bestellt werden. Gilt als ebenso sicher wie das Kondom für den Mann, funktioniert aber natürlich anders: Eine Kunststoffhülle mit zwei flexiblen Ringen bildet eine Röhre in der Scheide, die den Muttermund abschirmt. Muss innen und außen mit spermienabtötendem Gleitmittel bestrichen werden. Kann schon Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden. Relativ schwierig in der Anwendung und recht teuer, daher kaum verbreitet.
Kosten: Dreierpackung ca. 15 Euro.

Mikropille, Minipille (hormonelle Verhütung)
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Natürliche Verhütung
Bei diesen Methoden ermittelt die Frau möglichst präzise, wann sie fruchtbare und unfruchtbare Tage hat, um nur dann Sex zu haben, wenn er "ungefährlich" ist. Setzen voraus, dass die Frau ihren Körper und Zyklus längere Zeit genau beobachtet, Daten erhebt und auswertet. Können durch spezielle Messgeräte vereinfacht werden. Bei disziplinierter Anwendung zuverlässig, aber eher Paaren zu empfehlen, die eine Schwangerschaft in Kauf nehmen können/wollen. Kosten variieren nach Einsatz von Hilfsmitteln/Geräten. – Bei der sypmtothermalen Methode beobachtet die Frau über längere Zeit ihre Aufwachtemperatur, die Konsistenz der Schleimhäute, den Gebärmutterhals oder den Muttermund. Auswertung z.B. mit Zyklustabellen oder mit technischen Hilfsmitteln zur Eisprungberechnung wie Temperatur- und Zyklus-/Hormoncomputer oder auch mit Analyse-Apps fürs Smartphone. – Die Knaus-Ogino-Methode (auch Kalender- oder Rhythmusmethode), benannt nach den Erfindern Knaus und Ogino, gilt als unsichere, weil rein rechnerische Methode. Die Frau muss über mindestens sechs Monate Buch über ihre Zyklen führen. Berechnung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage durch Ermittlung des längsten und des kürzesten Zyklus. Weitaus weniger zuverlässig als die symptothermale Methode, da sie aktuelle Körper-Befindlichkeiten nicht berücksichtigt.

Pflaster (siehe Verhütungspflaster)

Pille (hormonelle Verhütung)
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Pille danach (hormonelle Verhütung)
Diese Pille ist im eigentlichen Sinne kein Verhütungsmittel (weshalb wir sie auch nicht in unserer Pro-und-Kontra-Tabelle gelistet haben). Sie kann verabreicht werden, falls die Gefahr besteht, dass die Frau ungewollt schwanger geworden ist. Durch ihre extrem hohe Hormondosis "erzwingt" sie die Regelblutung unabhängig vom Zyklus. Sie darf nur in Absprache mit dem Frauenarzt eingenommen werden.

Präservativ (siehe Kondom)

Rhythmusmethode (siehe Natürliche Verhütung)

Spirale (Intrauterinpessar)
Sehr sicheres Verhütungsmittel, wenn es richtig im Muttermund sitzt. Beeinträchtigt nicht den Menstruationszyklus. Muss nur alle fünf Jahre durch den Frauenarzt gewechselt und halbjährlich kontrolliert werden. Besteht aus einem T-förmigen, mit Kupferdraht umwickelten Kunststoffstäbchen und einem Rückholfaden. Wirkweise noch nicht endgültig geklärt; vermutlich macht das Kupfer die Schleimhäute für Spermien undurchlässig und hindert die Eizelle am Einnisten. Oft beobachtet wird eine Verstärkung von Regelschmerzen und Monatsblutungen. Erhöht vor allem bei Mädchen und jungen Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern das Entzündungsrisiko. 
Kosten: bis zu 130 Euro inkl. Arzt-Honorar für das Einsetzen/Wechseln der Spirale; Ultraschallkontrollen müssen selbst bezahlt werden

Sterilisation bei Mann und Frau
Die Sterilisation des Mannes erfordert einen kleinen, rund 20-minütigen ambulant-chirurgischen Eingriff durch Urologen. Samenleiter werden durchtrennt und versiegelt – es können keine Spermien mehr in die Samenflüssigkeit geraten. Entgegen vieler Gerüchte keinerlei Beeinträchtigung der Potenz. Anfangs ist zusätzliche Verhütung z.B. mit Kondom ratsam: Es befinden sich noch Spermien in den Samenleitern, die erst mit der Zeit "verbraucht" werden. Das wird vom Arzt kontrolliert. Dann sehr sicher. Kann u.U. wieder rückgängig gemacht werden.
Kosten: ca. 400 bis 500 Euro inkl. Kontrolluntersuchungen
Die Sterilisation der Frau ist komplizierter und teurer, verhütet aber ebenfalls zuverlässig. Meist stationär-chirurgischer Eingriff unter Vollnarkose mittels einer Bauchspiegelung. Eileiter werden durch Hitze verschmolzen oder mit einem Kunststoff-Titan-Clip verschlossen. Beeinflusst normalerweise weder Hormonproduktion und Lustempfinden noch Zyklus. Kann evtl. rückgängig gemacht werden.
Kosten: je nach Methode ca. 600 bis 1.000 Euro inkl. Narkose

Stillen
Sex in der Stillzeit kann tatsächlich relativ sicher sein, da beim Stillen das Hormon Prolaktin ausgeschüttet wird. Es hemmt die Aktivität der Eierstöcke. Setzt aber voraus, dass die Frau voll stillt (mindestens sechsmal innerhalb von 24 Stunden und insgesamt mindestens 80 Minuten/Tag), während dieser Zeit nicht zufüttert und noch keine Monatsblutung hatte (Wochenfluss zählt nicht).

Vaginalring (hormonelle Verhütung)
Seit 2003 in Deutschland zugelassen. Flexibler, transparenter Kunststoffring mit niedrig dosierter Östrogen-Gestagen-Kombination. Wirksamkeit und Sicherheit mit der Pille vergleichbar. Wird von der Anwenderin selbst wie ein Tampon in die Scheide eingeführt und möglichst weit hochgeschoben. Bleibt drei Wochen in der Scheide, wird dann nach einer Pause durch neuen Ring ersetzt. Zusätzliche Verhütung (z.B. mit Kondom) ratsam während der ersten sieben Tage der Anwendung. Sicherheit bleibt auch erhalten, falls der Ring versehentlich herausrutscht; kann dann innerhalb von drei Stunden wieder eingesetzt werden.
Als häufigste Nebenwirkungen wurden Kopfschmerzen, Scheidenentzündungen und -Ausfluss, Akne, Stimmungsschwankungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Brustspannen und -schmerzen und schmerzhafte monatliche Blutungen beobachtet. Nicht zu empfehlen für Frauen, die aus medizinischen Gründen auch die Pille nicht nehmen sollen.
Kosten: ca. 20 Euro/Stück, Dreierpackung um 45 Euro

Verhütungspflaster (hormonelle Verhütung)
Seit 2003 in Deutschland zugelassen. Wird wie ein normales Pflaster auf die Haut geklebt (z.B. auf Gesäß, Bauch, Oberarm-Außenseite). Haftet gut auch beim Schwimmen, Saunen und beim Sport, sofern die Hautstelle sauber und frei von Lotionen oder Cremes ist. Bleibt drei Wochen lang auf der Haut und wird nach einer Pause durch neues ersetzt. Pflasterfreie Phase darf höchstens sieben Tage dauern. Dank geringer Wirkstoffabgabe über die Haut gut verträglich für die Leber. Als Nebenwirkungen können u.a. auftreten: Brust- und Kopfschmerzen, Hautreaktionen unter dem Pflaster, Übelkeit. Kann das Risiko für Thrombosen erhöhen. Sollte u.a. auch bei Migräne nicht angewendet werden.
Kosten: Monatspackung mit drei Pflastern bis ca. 20 Euro, Dreimonatspackung bis ca. 50 Euro

Zykluscomputer (siehe Natürliche Verhütung)
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